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Erdgeschoss · Geologie

Seelilien (Crinoiden)

Zu erkennen ist obere Teil des Stils einer Seelilie sowie der Kelch mit seinen Fangarmen.
zerbrochene Teile von Seelilien-Stielen, eingebettet in den Polierten Lahmarmor "Bongard"
länglich angeschnitter Teile eines Seelilien-Stielen, eingebettet in den polierten Lahmarmor "Bongard"
längs und quer angeschnittene Bruchstücke von Seelilien-Stielen

Seelilien (Crinoiden): Die Tiere aus dem Steinwald

Obwohl sie wie Pflanzen aussehen, waren Seelilien (Crinoiden) echte Tiere! Vor rund 400 Millionen Jahren, im Zeitalter des Devons, war die Lahn-Region ein warmes, tropisches Südsee-Meer. Hier bildeten die Seelilien riesige Unterwasser-Wälder. Seelilien lebten im flachen, unruhigen Wasser. Sie sind eng mit heutigen Seesternen und Seeigeln verwandt

Wie war eine Seelilie aufgebaut? • Die Verankerung (Wurzel): Am Boden krallten sie sich mit wurzelartigen Fortsätzen fest im Riffkalk oder im Schlamm ein. Einige Arten besaßen stattdessen kleine Greifhaken (Cirren), mit denen sie sich kurzzeitig losmachen und an einen anderen Platz "wandern" konnten. • Der Stiel: Er wirkte zwar wie ein Pflanzenstängel, bestand aber aus lebendem Gewebe, das die kalkigen Ringe (Trochiten) zusammenhielt. Muskel- und Nervenstränge im Inneren erlaubten es der Seelilie, sich aktiv nach der stärksten Meeresströmung auszurichten oder den Kelch bei Gefahr (z.B. durch räuberische Panzerfische) schützend zusammenzuziehen. In den polierten Platten des Lahnmarmors in der Vitrine erkennt man die hellen kreisrunden oder länglichen Muster und Strukturen der zerbrochenen Stiele, die nach dem Tod im Kalk-Schlamm versanken und dadurch in den heutigen Lahnmarmor eingebettet und erhalten wurden. • Die Tentakelarme (Kelch): Die Arme waren flexibel und mit Hunderten von winzigen, haarartigen Wimpern (Cilien) und klebrigen Schleimdrüsen besetzt. Wenn Plankton vorbeischwamm, klappten die Arme wie ein Fächer auf. Sie fingen die Nahrung ein und transportierten sie in einer "Dachrinne" auf der Arm-Innenseite direkt zum Mund, der in der Mitte des Kelches saß.

Inventarnummer
LMM-2026-00038
Sammlung
Fosilien
Standort
Erdgeschoss · Geologie

Auf der Karte

Standort des Exponats

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Zu erkennen ist obere Teil des Stils einer Seelilie sowie der Kelch mit seinen Fangarmen.